Faubourg Saint-Antoine

Die Geheimnisse des Faubourg Saint-Antoine

Zentrum der heutigen Reise ist die Rue du Faubourg Saint-Antoine – seit jeher bekannt für ihr Holzhandwerk. Sie ist der ideale Ausgangspunkt für die Fortsetzung der Suche nach den besonderen, teils versteckten Ecken der Gegend.

Die Passage du Chantier: die „Baustellen-Passage“

Fauburg Saint-Antoine war einst einer der traditionellen Vororte von Paris. Heute teilt die Rue du Faubourg Saint-Antoine das 11. und 12. Arrondissement. Es handelt sich um eine der ältesten Straßen der Stadt; mittlerweile eine berühmte Einkaufsstraße, die mit ihren vielen Beauty-Boutiquen und weiteren Geschäften als wahres Paradies für Shopping-Affine gilt. Wer sich hier dem Einkaufstrubel hingibt, vergisst, dass im Herzen der belebten Straße eine regelrechte Oase der Ruhe liegt. Die Passage du Chantier wirkt wie eine tunnelförmige Zeitkapsel, die die Rue du Faubourg Saint-Antoine und die Rue de Charenton verbindet. Gerade mal so breit wie ein Fußweg, befreit die schmale Freiluft-Gasse von der großstädtischen Kakophonie und heißt jeden willkommen, in ihr ein kleines künstlerisches Universum zu entdecken.

Schlängeln Sie sich zwischen den Hausnummern 64 und 66 der Rue du Faubourg Saint-Antoine hindurch und wagen Sie den Sprung ins 19. Jahrhundert. Die Passage du Chantier hat ihren Namen von einem ehemaligen Brennholzlager, das dort eingerichtet wurde. Obwohl es nur etwa fünf Minuten dauert, die Gasse einmal hinauf oder hinab zu laufen, bündelt sie wertvolle Schätze, die zum Verweilen einladen. Auch wenn die Straße längst keiner Baustelle mehr ähnelt, wird täglich auf höchstem Niveau konstruiert: Die besten Handwerker lassen sich hier nieder und arbeiten in den kleinen Werkstätten, um antike Möbel wieder zum Leben zu erwecken. Es ist wie ein Gang durch ein Museum, nur, dass alles was sie dort sehen, seinen Platz in der Moderne gefunden hat. Wenn Sie sich für das Tischlerhandwerk interessieren, können Sie sogar an den dort angebotenen Kursen und Workshops teilnehmen.

Die Rue Faubourg Saint-Antoine hat noch mehr zu bieten

Je nachdem wie intensiv Sie sich nun schon mit der Passage du Chantier auseinandergesetzt haben, besteht sicher noch Interesse an weiteren imposanten Stopps. Wir möchten Ihnen zwei Möglichkeiten vorstellen. Zunächst können Sie zum Eingang der Passage du Chantier umkehren, also der Seite, die auf die Rue du Faubourg Saint-Antoine trifft und diese einmal komplett hinunterlaufen, um all ihre versteckten Winkel zu entdecken. Vorhanden sind sie reichlich. Entfliehen Sie beispielsweise in den Cour des Shadoks (in der Nummer 71), wo Ihnen vor allem im Sommer eine floral-fröhliche Atmosphäre garantiert ist. Der Innenhof wurde 1998 zu Ehren von Jacques Rouxel, dem Schöpfer der Fernsehserie Les Shadoks, der selbst in der Hausnummer 71 wohnte, angelegt. Gehen Sie zur Nummer 74, finden Sie sich in einem alten Industriehof mit gemauertem Kamin und Glasdach wieder. Und es geht kontrastreich weiter: Bei der Nummer 56 tauchen Sie in die ländliche Welt der Cour du Bel Air mit ihren weinbewachsenen Fassaden ein.


Am Ende der Rue du Faubourg Saint-Antoine warten weitere Überraschungen: die Passage du Cheval Blanc (zu erreichen über die 2 Rue de la Roquette) oder die Cour Damoye (12 Place de la Bastille), die sich zwischen zwei Cafés versteckt und durch die grünen Ranken, die an den Hausfassaden hochklettern, mit urbaner Frische überrascht. Ihre zweite Option? Verlassen Sie die Passage du Chantier in Richtung Rue de Charenton, biegen Sie links ab und dann ein paar Straßen weiter rechts in die die Avenue Ledru-Rollin, nehmen dann die Zweite links (Rue de Lyon) und finden auf der anderen Straßenseite etwa 50 Meter weiter den Eingang zur Rue Crémieux.

Rue Crémieux: ein filmreifer Auftritt

Unter den eher ungewöhnlichen Straßen von Paris ist die berühmteste sicherlich die Rue Crémieux im 12. Arrondissement. Es ist einer der beliebtesten Orte für Influencer und Fotografen. Und das aus gutem Grund: Ein Blick in die schmale Straße erinnert an die pittoreske Kulisse eines Spielfilms mit sehr positiver Botschaft. Die einander relativ nah gegenüberstehenden Häuserreihen sind kontrastreich und bonbonfarben gestrichen, weshalb es nicht überrascht, dass die Rue Crémieux als bunteste Straße von Paris gilt. Sie erinnert ein wenig an die Fassaden von Portobello in London oder Burano in Venedig, ist in sich aber dennoch einzigartig. Neben der Farbenpracht der Hausfassaden gibt es viele weitere kleine ästhetische Schmuckstücke zu entdecken. Die mit Liebe gepflegten Pflanzen neben jeder Tür, die Zeichnungen an den Fassaden, die einzigartigen Dekorationen... all das vermittelt den Eindruck, weit weg vom Pariser Trubel zu sein, wie in einer Fabel. Oder eben einem fabelhaften, französischen Film.